Ist eine Ferninfrarotheizung sicher?
Ist eine Ferninfrarotheizung sicher? Sie nutzt nichtionisierende, energiearme Strahlung. Wo diese neben UV und Röntgen liegt und was unsere Folien abgeben.
Eine Ferninfrarotheizung arbeitet im nichtionisierenden Teil des elektromagnetischen Spektrums. Ihre Energie pro Photon ist zu gering, um die Chemie dessen zu verändern, worauf sie trifft, und bei den Oberflächentemperaturen, die ein Heizsystem nutzt, kann sie die Haut nicht verbrennen.
Das ist die kurze Antwort. Es lohnt sich aber zu verstehen, warum – denn „Strahlung“ ist ein Wort, das viel unnötige Angst macht.
Was Strahlung eigentlich ist
Strahlung ist die Übertragung von Energie in Form von Photonen – Energiepaketen, die sich als Wellen ausbreiten. Je kürzer die Wellenlänge und je höher die Frequenz, desto mehr Energie trägt jedes Photon. Je länger die Welle und je niedriger die Frequenz, desto weniger.
Am kurzwelligen, energiereichen Ende des Spektrums liegen Gammastrahlen und Röntgenstrahlen. Sie tragen genug Energie pro Photon, um Elektronen aus Atomen herauszuschlagen; dabei entstehen geladene Ionen und freie Radikale, und diese Chemie richtet den Schaden an. Das ist ionisierende Strahlung.
Am langwelligen, energiearmen Ende liegen Infrarot, Mikrowellen und Radiowellen. Sie sind nichtionisierend. Ihre Energie reicht nicht aus, um ein Elektron herauszulösen, der chemische Mechanismus steht ihnen also schlicht nicht zur Verfügung. Ultraviolett liegt dazwischen: Kurzwelliges UV kann chemische Reaktionen auslösen, langwelliges UV weitgehend nicht.
Der Unterschied ist keine Frage des Ausmaßes. Es ist eine Schwelle, und Infrarot liegt mit großem Abstand auf der sicheren Seite.
Die Sonne zeigt es
Die Strahlung, die von der Sonne die Erdoberfläche erreicht, besteht zu etwa 6,8 % aus Ultraviolett, zu 38,9 % aus sichtbarem Licht und zu 54,3 % aus Infrarot.
Der schädliche Anteil ist das UV. UVC ist am energiereichsten und wird von der Ozonschicht absorbiert. UVB dringt in die Haut ein und kann die DNA schädigen. UVA dringt tiefer ein und ist für einen Großteil der Hautalterung durch Sonnenstrahlung verantwortlich.
Im sichtbaren und im Infrarotbereich haben die Photonen nicht mehr die Energie, um diese Reaktionen auszulösen. Mehr als die Hälfte dessen, was die Sonne Ihnen liefert, ist Infrarot – und gegen diesen Anteil cremt sich niemand mit Sonnenschutz ein. Er sorgt dafür, dass Ihnen warm wird.
Infrarot ist nicht gleich Infrarot
Infrarot selbst wird in Bänder unterteilt: A (nah), B (mittel) und C (fern), vom energiereichsten zum energieärmsten.
Infrarot-A, also Nahinfrarot, ist das Band, zu dem es eine offene Frage gibt. Ihm sind Sie ausgesetzt, wenn Sie neben einem Schmelzofen, einem Backofen oder einem Industrieprozess mit über 200 °C stehen, und über die Wirkung längerer Exposition wird weiter diskutiert; manche Forschende meinen, der Sonnenschutz sollte es berücksichtigen.
Infrarot-B und -C – Ferninfrarot, etwa 3 bis 25 µm – sind etwas ganz anderes. Die Photonenenergien sind weit geringer, die Eindringtiefe ins Gewebe ist minimal, und die praktischen gesundheitlichen Auswirkungen sind vernachlässigbar.
Dieser Unterschied ist wichtig, wenn Sie Heizgeräte vergleichen, denn ein glühender Heizstab mit 200 °C und eine auf 55 °C beheizte Decke strahlen nicht dasselbe ab. Heißere Oberflächen strahlen bei kürzeren Wellenlängen. Kühlere Oberflächen strahlen weiter im Ferninfrarot.
Was unsere Folien abgeben
Wir haben unsere Wand- und Deckenelemente für Oberflächentemperaturen von 45 bis 55 °C ausgelegt. Diese Entscheidung bewirkt zweierlei: Sie hält die Emission eindeutig im Ferninfrarot, und sie hält die Oberfläche kühl genug, um sie gefahrlos zu berühren.
Unabhängige Spektralmessungen ergaben für unsere Folien eine Emission zwischen etwa 7 und 13 µm, innerhalb des Bands von 6 bis 15 µm – also, nicht zufällig, desselben Bands, in dem auch der menschliche Körper selbst strahlt. Strahlung dieser Wellenlänge wird an der Haut absorbiert, statt in sie einzudringen.
Dabei geschieht nichts Exotisches. Das Element ist warm, und warme Gegenstände strahlen. Es ist dieselbe Physik wie bei einer sonnenbeschienenen Wand.
Die andere Hälfte der Sicherheitsfrage
Die Wellenlänge ist nur die halbe Antwort. Auch das Gerät, das die Strahlung erzeugt, muss sicher sein – und das ist eine Frage der Elektrotechnik, nicht der Physik.
Genau das deckt die Zertifizierung ab. PowerBoard ist BEAB-zertifiziert nach IEC 60335-1, der internationalen Sicherheitsnorm für elektrische Haushaltsgeräte, und SafeTech EGS ist nach UL 2683 zertifiziert, mit vollflächiger Erdung über das gesamte Element.
Bei allem, was für die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes in einer Wand oder einem Boden verschwindet, ist diese zweite Hälfte der Teil, den man genau hinterfragen sollte.
Ferninfrarotheizung und Luftqualität
Noch ein Punkt, denn er ist die häufigste Anschlussfrage. Eine Ferninfrarotheizung verbrennt nichts, es gibt also keinen Abzug, keine Verbrennungsprodukte und kein Kohlenmonoxid. Sie bewegt außerdem keine Luft und wirbelt daher keinen Staub und keine Allergene im Raum auf, wie es ein Warmluftsystem tut.
Eine ausführlichere Behandlung der praktischen Sicherheitsfragen – Überhitzung, Kinder, Nassräume – finden Sie unter Sind Infrarotheizungen sicher?

