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Wie funktioniert eine Infrarotheizung? Einfach erklärt

Wie funktioniert eine Infrarotheizung? Ein dünnes Element in Wand, Decke oder Boden erwärmt Sie und die Flächen im Raum direkt, statt zuerst die Luft zu heizen. Temperaturen, Aufheizzeiten und was das für Ihre Stromrechnung heißt.

Ein Handwerker rollt ein ComfortScrim-Infrarotheizelement an eine Decke, bevor es überputzt wird

Stellen Sie sich im Winter in die Sonne, und Ihr Gesicht wird warm, auch wenn die Luft eiskalt ist. Diese Wärme kam nicht aus der Luft. Sie ist als Infrarotstrahlung direkt zu Ihnen gekommen, und Ihre Haut hat daraus Wärme gemacht.

Eine Infrarotheizung funktioniert genauso, nur sanfter und drinnen.

Kurz gesagt: Eine Infrarotheizung erwärmt mit Strom eine Fläche: einen Boden, eine Wand, eine Decke oder ein Paneel. Diese warme Fläche gibt Infrarotstrahlung ab, die durch den Raum wandert und von Ihnen, den Möbeln und den anderen Wänden aufgenommen wird. Die werden warm und erwärmen dann die Luft um sich herum. Ihnen wird schneller warm, und Sie fühlen sich schon bei ein, zwei Grad kühlerer Luft wohl als mit Heizkörpern.

Hier lesen Sie, wie das funktioniert, wie es sich damit lebt und wo es sinnvoll ist.

Luft heizen oder Sie heizen

Die meisten Heizungen, die Sie kennen, heizen die Luft. Ein Heizkörper ist im Grunde ein Konvektor: Er erwärmt die Luft neben sich, die steigt zur Decke, verteilt sich, kühlt ab und sinkt wieder. Irgendwann ist der Raum warm. Unterwegs sammelt sich die wärmste Luft über Ihrem Kopf, und Wände, Boden und Fenster können kühl bleiben.

Das ist wichtiger, als es klingt. Drinnen gibt Ihr Körper den größten Teil seiner Wärme als Strahlung an die Flächen um Sie herum ab. Kalte Wände ziehen Ihnen Wärme ab, egal wie warm die Luft ist. Deshalb kann das Thermostat 21 °C anzeigen und Ihnen trotzdem kühl sein.

Die Infrarotheizung dreht das um. Sie erwärmt zuerst die Flächen und die Menschen, und die Luft folgt.

Die Luft heizen oder Sie
Die Luft heizen 21° Thermostat auf 21 °C warme Luft oben, kühl an den Füßen Die Flächen heizen 18° Gleicher Komfort bei 18–19 °C 2–3 °C weniger · rund 6 % Energie pro Grad

Was genau passiert, Schritt für Schritt

Unsere Systeme arbeiten mit einem etwa 0,4 mm dünnen Heizelement, bei dem Carbonfasern über die ganze Fläche verteilt sind statt eines einzelnen heißen Drahts. Es kommt hinter den Putz, unter die Fliesen oder in die Decke und trägt nur 2 bis 3 mm auf. Ist der Raum fertig, sehen Sie davon nichts mehr.

Ein Stuckateur spachtelt bei einer Sanierung in Deutschland über ComfortScrim an der Wand, sodass das Heizelement unter der Oberfläche verschwindet

Von der Steckdose bis zur Haut, in vier Schritten
1 Strom durch Carbon-fasern in einem0,4-mm-Element 2 Warme Fläche Boden unter 29 °C,Wand oder Decke40–55 °C 3 Infrarot langwellig,6–15 µm, trifftSie und den Raum 4 Sie und der Raum nehmen es auf,werden warm undwärmen die Luft Das Element liegt hinter dem Putz, unter den Fliesen oder in der Decke. Sie sehen und hören nichts.
  1. Strom fließt durch die Carbonfasern. Aller Strom, der hineingeht, wird zu Wärme. Keine Flamme, kein Wasser, nichts bewegt sich.
  2. Die ganze Fläche wird sanft warm. Weil sich die Wärme auf eine große Fläche verteilt, muss die Oberfläche nicht besonders heiß werden. Ein beheizter Boden bleibt unter 29 °C, eine beheizte Wand oder Decke hat 40 bis 55 °C.
  3. Die warme Fläche gibt Infrarotstrahlung ab. Bei diesen Temperaturen ist das langwelliges Infrarot mit 6 bis 15 µm. Man sieht es nicht, und nichts glüht. Es ist dieselbe Art Infrarot, die auch Ihr eigener Körper abgibt.
  4. Sie und der Raum nehmen sie auf. Ihre Haut, Ihr Sofa, die anderen Wände und der Boden nehmen die Strahlung auf und werden warm. Warme Flächen erwärmen dann die Luft, die sie berührt. Die Lufttemperatur steigt also auch, nur nicht zuerst.

Das ist nicht das orange Glühen eines Heizpilzes oder Halogenstrahlers. Die sind viel heißer und geben kurzwelliges Infrarot ab, das aus der Nähe intensiv ist und schnell nachlässt. Eine große, sanft warme Fläche ist eine ganz andere Art Heizung. Mehr zur Physik finden Sie auf unserer Seite Warum Infrarot.

Warum es sich wärmer anfühlt, als das Thermostat anzeigt

Was Sie tatsächlich spüren, ist eine Mischung aus der Lufttemperatur und der mittleren Temperatur der Flächen um Sie herum. Fachleute nennen das die operative Temperatur. Bei Strahlungswärme sind die Flächen warm, deshalb fühlen Sie sich auch bei kühlerer Luft wohl.

In der Praxis stellen die meisten das Thermostat 2 bis 3 °C niedriger ein als mit Heizkörpern und frieren trotzdem nicht. Jedes Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie, das sind also etwa 12 bis 18 % weniger Energie bei gleicher Behaglichkeit. Die ganze Erklärung samt Norm dahinter steht in Thermische Behaglichkeit erklärt.

Dazu kommen ein paar angenehme Nebeneffekte. Die Luft auf Kopfhöhe ist kaum wärmer als an den Füßen. Und weil keine warme Luft herumgeblasen wird, gibt es weniger Zugluft und weniger aufgewirbelten Staub.

Wo sie hinkommt: Boden, Wand oder Decke

Eine Infrarotheizung kann in den Boden, in die Wände oder in die Decke, und jede Variante verhält sich etwas anders.

Boden, Wand oder Decke
Decke 50–80 % Strahlung · Solltemperatur in 20–30 Min. Wand 40–60 % Strahlung 20–30 Min. Boden 20–30 % Strahlung · 40–60 Min., erst wärmt der Belag
  • Decken geben 50 bis 80 % ihrer Leistung als Strahlungswärme ab und „sehen“ den ganzen Raum, nichts verdeckt sie. Die Möbel können stehen, wo Sie wollen. Unser ComfortScrim kommt in eine verputzte Decke, unsere PowerBoard-Paneele in Gipskarton- oder Rasterdecken.
  • Wände geben 40 bis 60 % als Strahlungswärme ab und eignen sich für Räume mit hoher oder schon fertiger Decke.
  • Böden geben 20 bis 30 % als Strahlungswärme ab, der Rest erwärmt die Luft darüber. Barfuß sind sie am gemütlichsten, und unsere Fußbodensysteme bleiben an der Oberfläche unter 29 °C.

Monteure rollen ein Infrarotheizelement über einen Boden aus, bevor der Bodenbelag verlegt wird

Wenn Sie zwischen Wand und Decke schwanken, hilft Wandheizung oder Deckenheizung weiter, und warum 55 °C erklärt, wie wir auf die Deckentemperatur gekommen sind.

Wie schnell wird ein Raum mit Infrarotheizung warm?

Ziemlich schnell. Eine beheizte Wand oder Decke spüren Sie 3 bis 10 Minuten nach dem Einschalten. Nach etwa 20 bis 30 Minuten hat der Raum seine eingestellte Temperatur. Ein Boden braucht 40 bis 60 Minuten, weil die Wärme erst durch Fliesen oder Dielen muss. Eine wassergeführte Fußbodenheizung im Estrich kann mehrere Stunden brauchen.

Von kalt bis Solltemperatur
Solltemperatur kalt 01 h2 h3 h4 h Infrarot Wand oder Decke · 20–30 Min. Infrarot Boden · 40–60 Min. Wasser-Fußbodenheizung · mehrere Stunden Wand und Decke sind nach 3–10 Min. spürbar. Schematische Kurven nach den Zeiten im Text.

Genau diese Geschwindigkeit macht das Heizen Raum für Raum möglich. Jeder Raum hat sein eigenes Thermostat, und ein Smart-Home-Zeitplan kann das Bad vor dem Aufstehen und das Wohnzimmer vor Ihrer Heimkehr aufheizen. Sie müssen nicht den ganzen Tag das ganze Haus warm halten, nur damit es warm ist, wenn Sie es brauchen.

In drei Minuten erklärt

Unser kurzer Film zeigt den Unterschied zwischen Luft heizen und Raum heizen (auf Englisch):

Wie funktioniert eine Infrarotheizung zu Hause? Strahlungswärme in drei Minuten erklärt (englisch). Wird über YouTube abgespielt. Erst beim Klick auf Play wird etwas von YouTube geladen.

Ist eine Infrarotheizung effizient?

Im Raum selbst, ja. Jede Kilowattstunde Strom wird zu einer Kilowattstunde Wärme, erzeugt wenige Millimeter von Ihnen entfernt, ohne Kessel, Leitungen oder Speicher, über die unterwegs Wärme verloren geht.

Ehrlich gesagt aber: Eine Kilowattstunde Strom kostet meist mehr als eine Kilowattstunde Gas, und eine Wärmepumpe holt an der Maschine zwei bis drei Einheiten Wärme aus jeder Einheit Strom. Die Ersparnis bei Infrarot kommt nicht von billiger Energie. Sie kommt daher, dass Sie nur die Räume heizen, die Sie nutzen, nur dann, wenn Sie sie nutzen, und ein paar Grad niedriger. Wie gut das klappt, hängt von Ihrer Dämmung, Ihren Gewohnheiten und Ihrem Strompreis ab. Echte Zahlen finden Sie in Lohnt sich eine Infrarotheizung?, und wenn Sie eine Photovoltaikanlage haben: ComfortScrim kann direkt damit laufen, siehe Infrarotheizung und Photovoltaik.

Wo eine Infrarotheizung am meisten Sinn ergibt

  • Bei Sanierungen, wenn Sie keine Böden aufreißen oder Rohre verlegen wollen. Das Element trägt nur 2 bis 3 mm auf.
  • In Räumen, die zu festen Zeiten genutzt werden, etwa Bad, Schlafzimmer, Homeoffice und Gästezimmer. Dort sparen schnelles Aufheizen und Einzelraumregelung am meisten. Siehe Infrarotheizung im Badezimmer.
  • In gut gedämmten Häusern und Neubauten, wo der Wärmebedarf niedrig ist und ein Kessel oder eine Wärmepumpenanlage überdimensioniert wäre.
  • Wenn an den Wänden nichts hängen soll: keine Heizkörper, keine Lüftungsgitter, keine Geräte.
  • In Praxen, Studios und Pflegeeinrichtungen, wo lautlose Wärme ohne Gebläse und warme Flächen zählen. Siehe Infrarotheizung für Zahnarztpraxis und Kosmetikstudio und Infrarotheizung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Schwieriger ist es in einem großen, zugigen Haus, das den ganzen Tag, jeden Tag warm sein muss. Da kommt die Dämmung zuerst, egal welche Heizung.

Hält das lange?

Es gibt sehr wenig, das kaputtgehen kann. Keine Pumpe, kein Gebläse, kein Wasser, kein Brenner und keine jährliche Wartung. Unsere Elemente sind auf eine Lebensdauer von mehr als 20 Jahren geprüft und haben 10 Jahre Garantie. Wenn Sie sich fragen, wie sicher das Ganze ist, lesen Sie Sind Infrarotheizungen sicher?

So funktioniert eine Infrarotheizung: Ihre Fragen

Wie funktioniert eine Infrarotheizung, einfach erklärt?

Strom erwärmt eine Fläche, etwa einen Boden, eine Wand, eine Decke oder ein Paneel. Die warme Fläche gibt Infrarotstrahlung ab, die durch den Raum wandert und von Menschen, Möbeln und den anderen Wänden aufgenommen wird. Die werden warm und erwärmen dann die Luft um sich herum. Genauso wärmt Sie die Sonne an einem kalten, klaren Tag.

Heizt eine Infrarotheizung die Luft?

Indirekt. Sie erwärmt zuerst Menschen und Flächen, und diese warmen Flächen erwärmen dann die Luft, die sie berührt. Die Luft im Raum wird also auch wärmer, aber Sie fühlen sich schon bei etwa 2 bis 3 °C kühlerer Luft wohl als mit Heizkörpern, weil die Flächen um Sie herum warm sind.

Wie lange braucht eine Infrarotheizung, um einen Raum zu erwärmen?

Eine beheizte Wand oder Decke spüren Sie nach 3 bis 10 Minuten. Nach etwa 20 bis 30 Minuten hat der Raum seine eingestellte Temperatur. Ein beheizter Boden braucht 40 bis 60 Minuten, weil die Wärme erst durch den Bodenbelag muss.

Wie heiß wird die Oberfläche einer Infrarotheizung?

Unsere beheizten Böden bleiben an der Oberfläche unter 29 °C. ComfortScrim-Wände und -Decken haben 40 bis 55 °C, PowerBoard-250-Deckenpaneele 50 bis 60 °C. Nichts davon glüht. Halogen- und Quarzstrahler sind eine andere Art Heizung und werden viel heißer.

Ist eine Infrarotheizung dasselbe wie ein Heizstrahler?

Nein. Heizpilze, Halogen- und Quarzstrahler haben ein kleines Element, das mit mehreren hundert Grad glüht und kurzwelliges Infrarot abgibt. Eine Infrarotheizung im Haus nutzt eine große Fläche mit 29 bis 55 °C, die sanftes langwelliges Infrarot mit 6 bis 15 µm abgibt, im selben Bereich wie Ihr Körper.

Ist eine Infrarotheizung günstiger im Betrieb als Gas oder eine Wärmepumpe?

Pro Kilowattstunde kostet Strom meist mehr als Gas, und eine Wärmepumpe holt mehr Wärme aus jeder Einheit Strom. Infrarot spart, indem nur die genutzten Räume beheizt werden, nur wenn sie genutzt werden, und bei niedrigerer Lufttemperatur. Ob es unterm Strich günstiger ist, hängt von Ihrem Haus und Ihren Gewohnheiten ab. Unser Artikel „Lohnt sich eine Infrarotheizung?“ rechnet es durch.

Kann eine Infrarotheizung ein ganzes Haus heizen?

Ja. Jeder Raum bekommt seine eigene, passend ausgelegte Heizung und sein eigenes Thermostat. Am besten funktioniert das in einigermaßen gedämmten Häusern. In einem schlecht gedämmten Haus sollte zuerst gedämmt werden, egal welche Heizung.

Wie würde das beiIhnen zu Hause aussehen?

Schicken Sie uns einen Grundriss oder eine Liste der Räume. Wir sagen Ihnen, wo die Heizung hinkommt, wie schnell jeder Raum warm wird, was sie verbraucht und was der Einbau kostet. Kostenlos und unverbindlich.